Iro iro na mono - Verschiedenes

Au! Vom Kneifen und Schubsen

In einem Bus in Kyôtô

Um in Kyôtô die Füsse zu schonen, sind wir des öfteren mit dem Bus gefahren. Kein Problem, billig, und manchmal auch recht voll. Kein Vergleich zur Rushhour in Tôkyô, aber immerhin, zuweilen stehen die Mitfahrer dicht an dicht. Für mich war es zum Glück kein Problem, den Fahrer und die Strasse vor uns im Auge zu behalten, da ich wegen meiner Grösse von 1,85m über die meisten der schwarzhaarigen Köpfe vor mir schauen konnte. Für Japaner war der grosse Gaijin wohl eher ein Problem, genauso wie seine Gaijinfreundin.

Um an einer Bushaltestelle an den Gaijin-Hindernissen vorbei an die Vordertür durchzudringen und den Bus zu verlassen, wandte dann auch eine kleine, ältere Japanerin einen typisch weiblichen Trick an: Sie kniff meine Frau in die Seite. "Au!" schimpfte sie, was die ältere Dame mit einem Brummeln beantwortete, darauf bedacht, rechtzeitig die Tür zu erreichen, bevor der Fahrer weiterfuhr. Oha, dachten wir, rabiat!

Im Aufzug

In einem Aufzug eines grossen Kaufhauses fanden wir uns wieder an einem Ort mit nur einem Ausgang: Einem Aufzug. Und wieder waren wir das Hindernis, diesmal jedoch hatte ich offensichtlich einem älteren Herrn den Fluchtweg versperrt.

Dieser wandte einen typisch männlichen Trick an, um an mir vorbeizukommen: Er knuffte mich in die Seite. Auch hier staunten wir nicht schlecht. Kein Wort der Entschuldigung, sondern eher empörte Blicke, dass ich mich so unverfroren vor ihm postiert hatte (im vollen Fahrstuhl). Wahrscheinlich braucht man schon seine Ellbogen, um sich in dieser Gesellschaft durchzusetzen. Oder war es Unmut über Gaijin-Touristen?

-- 14.06.2001, Michael Otto