Iro iro na mono - Verschiedenes

Religionen

Für Japaner ist es durchaus üblich, sich nicht nur zu einer, sondern zu mehreren Religionsrichtungen zu bekennen. Die Religionen werden dabei je nach Bedarf angewandt, etwa Shintoismus bei Einweihungen neuer Häuser, Christentum bei Hochzeiten und Buddhismus bei Beerdigungen. Japaner sehen darin keinen Widerspruch. Nachfolgend habe ich die wichtigsten Religionen kurz aufgeführt.

Shinto

Shinto (Der Weg der Götter) ist die ursprüngliche Religion Japans. Allen Dingen in der Natur wie Sonne, Wasser, Felsen, Bäumen etc. wurden Gottheiten (kami) zugeschrieben. Daraus entwickelte sich eine vielfältige Mythologie, die sich in zahlreichen Riten und heiligen Stätten (Schreinen) wiederspiegelt.

Wichtige Riten: Segnung von Kindern nach der Geburt oder beim Shichi-go-san-Fest; Segnung von neuen Autos oder Häusern, damit sie ohne Schaden bleiben; Feste (Matsuri), bei denen Schreine durch Strassen getragen werden; Sumo (Ringen).

Buddhismus

Siddhartha Gautama, der im 6. Jahrhundert v. Chr. in Indien den Buddhismus gründete, erkannte nach einem ausschweifenden Leben und anschliessender entbehrungsreicher Zeit in Meditation, dass alles Leid durch Begierde entsteht. Er fand einen Weg, diese Begierde zu überwinden und das Nirvana zu erreichen, die Loslösung von allem Leid.

Etwa zu dieser Zeit kam der Buddhismus über Korea auch nach Japan, wo er dem Shinto angelichen wurde, indem Buddha als Gottheit, Kami, betrachtet wurde. Die bekannteste Form des Buddhismus in Japan ist der Zen-Buddhismus, bei dem durch Meditation die Erleuchtung (Satori) erreicht werden soll.

Konfuzianismus

Der im 5. Jahrhundert aus China über Korea nach Japan gekommene Konfuzianismus ist eher eine Geisteshaltung als eine Religion, hat jedoch tief die Umgangsformen der japanischen Gesellschaft geprägt.

Konfuzius legte eine Rangordnung fest, die den Umgang innerhalb der Gesellschaft bestimmt: Die Unterordnung des Sohnes unter den Vater, des Volkes unter den Herrscher und der Frau unter den Mann. Diese strenge Ordnung zeigt sich auch noch im modernen Japan: die Kaisertreue im zweiten Weltkrieg, die Bindung von Mitarbeitern zur Firma, oder auch die traditionelle untergebene Haltung der Frau.

Christentum

Portugiesische Missionare brachten im 16. Jahrhundert das Christentum nach Japan, wo die Lokalfürsten (Daimyo) die neue Religion zunächst wohlwollend aufnahmen, dann aber im ausbreitenden GLauben eine Machtbedrohung sahen und 1587 das Christentum verboten. 1614 verschloss sich Japan ganz den äusseren Einflüssung, und erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts (Meiji-Periode) wurden die christlichen Gemeinden wieder zugelassen. Dennoch ist der Zuspruch eher gering, nur etwas eine Million Japaner bekennen sich zum Christentum.