Ryokô - Reise

Nara - Nara

Nara TodaijiNach den turbulenten Erlebnissen in Osaka wollten wir uns einen ruhigen Tag im Park der ehemaligen Hauptstadt Japans Nara gönnen. Auch hier wandten wir uns zunächst wieder an das TIC (Tourist Information Center) in der Nähe des Bahnhofes. Dort wurden uns die wichtigsten Orientierungspunkte sehr freundlich erklärt. Mit einer Karte des Nara-Parks bewaffnet marschierten wir los in Richtung Todaiji-Tempel, der Hauptattraktion Naras.

Nara DaibutsuDer über 16 Meter hohe grosse Buddha, erbaut aus rund 437 Tonnen Bronze und 130 Kilo Gold, steht in der Halle Daibutsu-den, einem Nachbau von 1709. Der Buddha selbst stammt aus dem Jahr 746. Wer durchs Loch kommt, wird erleuchtetWie in unserem Reiseführer angegeben fanden wir in der grossen Halle auch eine Holzsäule, deren Fuss mit einem rechteckigen Loch durchbohrt war. Es heisst, dass jeder, der durch das Loch passt, Erleuchtung finden wird. Angesichts der Grösse des Lochs können wir davon ausgehen, dass nur Kinder erleuchtet werden. Oder vielleicht diese jungen, schmalen Japaner, die sich vor unseren Augen giggelnd in das Loch zwängten.

Nara RehDer Spaziergang im Park war sehr angenehm. Auffallend viele Steinlaternen standen teilweise wie wahllos neben die Wege gesetzt, und immer wieder tauchten Rehe auf, die uns kurz musterten und dann schnell begriffen, dass bei uns kein Futter zu holen war. Sie werden jedoch oft genug gefüttert, denn sie waren sehr zutraulich.

Wir schlenderten weiter durch den Park, der erstaunlich leer war. Die verstreuten Tempel konnten wir ohne Gedränge besichtigen und die vielen Laternen bewundern.

Viele Steinlampen im ParkNur einmal trafen wir auf eine Deutsche, die alleine in Japan unterwegs war. Sie erzählte uns, dass sie ihre Tochter in Kyoto besucht habe, aber dann ohne ein Wort Japanisch zusprechen alleine weitergereist sei. Die Frage, ob sie nicht Angst habe, allein zu reisen, verneinte sie. Japan sei so sicher, dass sie nie Angst um ihr Eigentum gehabt habe. Mit den Taxifahrern hätte sie zwar schon ihre Probleme, einer habe sie eine Stunde lang scheinbar ziellos durch die Gegend gefahren, weil er ihre Zielangabe wohl nicht verstanden habe. Schliesslich seien sie aber doch angekommen und hätten dann herzlich über die Situation gelacht.

Excuse me ...

Schulkinder fragenNachdem wir uns von unserer Landsfrau verabschiedet hatten, dienten wir wieder einmal als Forschungsobjekt. Vier Schüler, zwei Mädels und zwei Jungs, tauchten aus dem Nichts auf und zückten Ihre Fragebögen. Die Mädels, vor allem die zweite von links, waren dabei eindeutig mutiger und fragten ihr Standardprogramm: "Where do you come from", "Why do you come to Japan" und so weiter. Nachdem wir den Fragebogen durchgearbeitet hatten, wollten sie (und wir auch) noch ein Gruppenfoto. Fröhlich machte sich das Quartett danach auf die Suche nach den nächsten Gaijins.

Wieviel dieser Fragebogen-Trupps unterwegs waren, konnten wir anschliessend hören. Immer wieder gabs es das klapp, klapp, klapp schnell laufender Füsse, mit nachfolgendem "Excuse me!". Wir wurden allerdings nicht nochmal angesprochen.

Abendessensuchtour

Nach diesem schönen Tag stellten wir uns abends der Herausforderung, ein günstiges Abendessen zu finden, was uns in Nara erstaunlich schwer fiel. Nach 45 Minuten Herumwandern landeten wir wieder - bei Mosburger. Erst als wir auf dem Heimweg waren, entdeckten wir eine Seitenstrasse mit verlockenden Restaurants, leider zu spät. Trotzdem hat sich der Zwischenstopp gelohnt.

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