Ryokô - Reise

Kobe - Kobe

Kobe ErdbebenmuseumIm Morgengrauen des 17. Januar 1995 wurde Kobe und den nördlichen Teil der Insel Awaji von einem Erdbeben der Stärke 7.2 auf der Richterskala erschüttert. Die als grosses Hanshin-Awaji Erdbeben bekannte Naturkatastrophe und die danach folgenden Brände forderten fast 6400 Menschenleben, über 40.000 Menschen wurden verletzt, über 240.000 Gebäude wurden beschädigt oder zerstört, über 440.000 Haushalte waren betroffen.

Kobe Feuer nach ErdbebenWir besuchten den Phoenix Parc, wo in einem Erdbeben-Museum mit vielen Bildern und Schautafeln das Erdbeben und dessen Auswirkungen dokumentiert sind. Die dargestellten Informationen sind sehr vielfältig, obwohl ich gerade bei einem Film aus dem Jahr 1995 den Eindruck habe, dass die japanischen Behörden ein wenig zu gut wegkommen. Dort wurde behauptet, dass die Behörden damals richtig und zügig reagiert hätten und dadurch die bestmögliche Hilfe leisten konnten. Anhand gerade der grossen Brände erscheint mir diese Aussage aber wenig glaubhaft. Trotz der vielen Vorbereitungen und der ständigen Erdbeben-Übungen traf es Kobe doch unvorbereitet.

Kobe Bahn nach ErdbebenZum Wiederaufbau der Region wurde der "Great Hanshin-Awaji Earthquake Reconstruction Plan" (oder Hyogo Phoenix Plan) ins Leben gerufen. Der Plan enthält nicht nur Massnahmen zum Wiederaufbau der Wohnungen und Häuser für die zahlreichen obdachlos gewordenen Einwohner, sondern auch einen Versuch, das kulturelle und soziale Leben der Region neu zu ordnen. 1997, zwei Jahre nach dem Beben, hörten wir vom Matsuura-san, dass immer noch sehr viele Leute in damals provisorisch aufgestellten Zeltstätten leben mussten.

(Die Fotos stammen aus dem Informationsheft des Erdbebenmuseums in Kobe: Phoenix Hyogo - Reconstruction from the Great Hanshin-Awaji Earthquake. Hyogo Prefectural Government, 31 p., April 1996.)

Sky-Lounge

Kobe, Blick aus Sky LoungeZur Erholung nach der Erdbeben-Informationsflut fuhren wir mit einer Strassenbahn auf eine vor Kobe gelegene Halbinsel, wo wir den 30. Stock, die Sky-Lounge eines Hotel erklommen und bei einer Tasse Kaffe den herrlichen Ausblick nach Kobe geniessen konnten. Der Ausblick zur Kobe abgewandten Seite zeigte einen künstlich erweiterten Teil der Insel, auf dem in Reih' und Glied ausgerichtete Baracken standen, die auch für die Wohnungslosen erbaut wurden und damals noch in Benutzung waren.

In der Lobby des HotelsNach der Pause in luftiger Höhe stärkten wir uns im Erdgeschoß des Hotels in einem Nudelrestaurant. Mit dem Taxi ging es dann zur Bahnstation und in der Rush-Hour mit dem Zug nach Kakogawa zurück. Auch an diesem Abend übten wir wieder englische Konversation mit den Enkeln und liessen den Abend mit Gesprächen ausklingen.

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