Ryokô - Reise

Hiroshima - Hiroshima

PeacedomeHiroshima hatten wir uns als Reiseziel ausgesucht, um einerseits den Ort zu sehen, an dem am 6. August 1945 die erste Atombombe des zweiten Weltkriegs niederging, aber auch, um vielleicht eindringlich daran erinnert zu werden, dass sich ein solcher Vorfall niemals wiederholen darf.

Aus Fernsehberichten und Büchern war uns der Anblick des A-Bomben-Doms schon bekannt, und mit diesem Bild vor Augen fuhren wir vom Bahnhof mit dem Taxi zu unserem Ryokan, das gleich westlich des Friedensparks lag. Allerdings war es doch überraschend für uns, wie klein und unauffällig der Dom zwischen den hohen Gebäuden der 1-Million-Menschen Stadt Hiroshima lag.

Das Minshuku Ryokan Ikedaya war soweit in Ordnung, gleich an der Ecke war eine kleine Wäscherei, und zum Friedenspark waren es, wie im Ryokan-Prospekt der Japanese Inn Group beschrieben, nur wenige Minuten.

Der Friedenspark

Der Friedenspark liegt auf einer kleinen Insel im Ota-Fluss. Auf dem grossen Platz sind neben zahlreichen kleinen Gedenkstellen ein Grabmahl mit einer Flamme, die so lange brennen soll, bis auch die letzte Atomwaffe der Welt vernichtet ist. Das Grabmahl ist so ausgerichtet, dass der Blick hindurch über die Flamme auf dem Dom fällt.

KranicheDas vielleicht bewegendste Denkmal ist den Kindern gewidmet und wurde inspiriert von einem 10-jähigen Mädchen, dass an Leukämie starb. Das Mädchen, Sasaki Sadako, hoffte, durch das Falten von 1000 Papierkranichen, einem Symbol für Glück und langes Leben, dem Tod zu entkommen. Leider erlebte sie diese grosse Zahl nicht mehr, nachdem sie 644 Kraniche fertigstellt hatte, verstarb sie. Kinder aus dem ganzen Land stellten danach die restlichen 356 Kraniche her, und vor dem Denkmal liegen immer viele dieser bunten Papiervögel.

Das Atombomben-Museum

Sehr beeindruckend war für uns das Atombomben-Museum. Hier wird anhand eines Modells gezeigt, wie die Stadt vor und nach der Explosion aussah. Filme zeigen den Abwurf der Bombe, die von den Amerikanern gefilmt wurde, und vor allem die Auswirkungen, dokumentiert durch viele Bilder der Amerikaner, die schon bald nach dem Abwurf die Stadt untersuchten. Neben der Wirkung der Bombe sind auch Verletzungen durch Hitze und Strahlung erklärt, und bessern noch als in Nagasaki wurde uns erstmalig bewusst, welches Leid die betroffenen durchmachen mussten. Dieses Museum haben wir mit einem dicken Kloss im Hals verlassen.

No more Hiroshimas

Japanische Waschmaschinen

Nach diesen bedrückenden Erfahrungen versuchten wir mit einem ganz alltäglichen Problem wieder ins normale Leben zurückzukommen. Wir wollten in der kleinen Wäscherei nebenan unsere Klamotten reinigen. Was ich vorher nur durch Freunde gehört hatte, bestätigte sich wieder: Japanische Waschmaschinen waschen mit kalten Wasser, und sehr gemächlich.

Die Maschinen des menschenleeren Ladens waren allesamt Toplader, und nach dem Einfüllen der Wäsche und dem Aktivieren der Maschine drehte sich die Trommel langsam, schwipp, schwapp, von rechts nach links und umgekehrt. Zunächst skeptisch, ob wir die Wäsche alleine schwappen lassen könnten, entschlossen wir uns nach 5 Minuten doch, wieder zurück ins Ryokan zu gehen und später die Wäsche abzuholen. Soweit ich mich erinnern kann, wurde sie tatsächlich sauber...

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