Ryokô - Reise

Nagasaki - Nagasaki

Nagasaki, Blick vom Glover GardenAm nächsten Tag ging es dann wieder etwas weiter in den Süden, nach Nagasaki, und zwar im Shinkasen. Auf der Fahrt hoffte ich darauf, wieder etwas mehr von der Landschaft sehen zu können, aber wie schon zuvor versperrte immer dann, wenn es interessant wurde, ein Tunnel die Sicht. Vor allem hatte ich gehofft, etwas vom Tunnel zwischen Honshu und Kyushu mitzubekommen, aber dieser Verbindungstunnel zwischen den beiden japanischen Inseln ist mir bei der Tunnelmasse nicht aufgefallen. So kamen wir dann nach etwa 1,5 Stunden Fahrt in Fukuoka / Hakata an, wo wir in eine Regionalbahn nach Nagasaki umstiegen, dass wir nach weiteren 2 Stunden erreichten.

O-BentoZur Stärkung bei dieser langen Fahrt hatten wir uns am Bahnhof O-Bento gekauft, Plastikschalen mit fertigem, kalten Essen. Auf dem Bild sehen Sie oben rechts den Reis, rechts darunter die wie eine Nase aussehende Lotuswurzel, links unten fritierten Fisch, links oben eingelegtes Gemüse. Diese Mahlzeit ist besser als jedes Sandwich, wenn auch das knackige Essiggemüse vielleicht nicht jedermanns Geschmack trifft.

Kein Bargeld

Nach Ankunft am Bahnhof in Nagasaki wollten wir die Gelegenheit nutzen und dort bei einer Bank Geld ziehen, da unser Bargeld sich dem Ende zuneigte. Leider akzeptierten die japanischen Automaten meine Visa-Karte nicht (siehe auch Kreditkarten). Zum Glück konnten wir unseren Notgroschen in einem Hotel beim Bahnhof gegen harte Yen eintauschen. Das Minshuku Tanpopo, wo wir untergebracht waren, akzeptierte zum Glück die Visa-Karte.

Atombomben-Museum und Friedenspark

Das Atombomben-Museum in Nagasaki ist im Vergleich zum analogen Gebäude in Hiroshima ein recht moderner Bau, der viele Erläuterungen zu den Atombomben-Explosionen und deren Auswirkungen gibt. Wenngleich auch nicht so ergreifend wie in Hiroshima fanden wir hier doch noch einige interessante Details. So gab es zum Beispiel ein Exponat, in dem auf einer Zeitachse aufgezeigt war, welches Land wie viele Atombombentests durchführte und immer noch ausführt. Erschreckend.

Peace ParkEntspannender war der nördlich des Museums gelegene Peace Park, vor allem im Abendlicht des wolkenlosen Himmels von Nagasaki. Das Bild zeigt den Springbrunnen und im Hintergrund in der Mitte ganz klein die Friedensstatue. Wir wollten gerne dieses Abendbild aufnehmen, und warteten, bis die Touristen vor uns das gleiche Motiv geknipst hatten. Hinter uns warteten schon zwei Japanerinnen mit ihren Fotoapparaten.

Kurz vor 6 Uhr waren wir dran, und Eva stellte sich auf und drücke auf den Auslöser. Genau in diesem Augenblick senkten sich die Wasserstrahlen des Brunnens langsam ab, und danach war der Brunnen aus, was den Damen hinter uns ein enttäuschtes "Ohhh" entlockte. Die Zeitschaltuhr stand wohl auf 6 Uhr.

Restaurants?

Zum Ausklang des Tages wollten wir, nachdem wir wieder etwas flüssig waren, noch etwas bummeln und dann irgendwo einkehren. Die Suche nach einem Restaurant gestaltete sich allerdings etwas schwierig. Schließlich fanden wir ein Soba-Restaurant, was unseren Geldbeutel deutlich schonte. Für das Frühstück kauften wir wieder Gebäck und etwas zu trinken.

Glover Garden

Eintrittskarte Glover DardenMit der Strassenbahn fuhren wir dann am nächsten Tag zuerst zum Glover Garden, im Süden der Stadt gelegen, wo die Stadt einen schönen kleinen Park mit Wohnhäusern europäischer Japan-Pioniere rekonstruiert hat. Den Namen erhielt der Park vom Schotten Thomas Glover (1868-1912), der einiges für den Aufbau des Handels zwischen Japan und Europa beisteuerte. Von diesem Park hat meinen einen sehr schönen Blick in die Bucht Nagasakis.

Die Tempel-Tour

Nachdem wir in Kyoto schon so viele wunderbare Tempel gesehen hatten, fiel es uns schwer, die Tempel in Nagasaki noch recht zu würdigen. Trotzdem begaben wir uns auf eine "Tempelstrasse" und betraten einige der zahlreichen kleinen Tempel mitten in der Stadt.

Tempel mitten in NagasakiBei den Tempeln viel mir als erstes auf, nach dem Menschenmassen in Kyoto, dass wir meist die einzigen Besucher, ja auf den ersten Blick die einizigen Menschen dort waren. Nicht mal ein Mönch war zu sehen, und bei einigen Tempeln fragten wir uns, ob wir nun hineingehen dürften oder nicht. Wo wir es wagten, erwarteten uns im hinteren Bereich meist hübsche kleine Gärten, wunderbar angelegt.

AltarIn den Räumen eines (menschenleeren) Tempels waren im Bereich des Altars zahlreiche Gegenstände des täglichen Tempellebens angeordnet. Eine Klangschale, Seidenkissen, Opfergaben, kleine vergoldete Buddhas sahen wir in dem ruhigen Raum. Das war für mich der größte Unterschied zu anderen Tempeln, die wir unterwegs gesehen hatten. Hier konnten wir uns alles aus direkter Nähe anschauen. Wenn auch die Tempel, gleich neben einem Hochhaus gelegen, vielleicht nicht so idyllisch angelegt waren, gab es hier mehr Ruhe und Entspannung als in den meisten Kyoto'er Anlagen. Vielleicht haben sich die Mönche aber auch vor uns Gaijins versteckt?

Chinatown

Als Abschluss des Tages wollten wir noch durch Chinatown bummeln, aber wir hatten uns diesen Stadtteil wesentlich größer vorgestellt. Ein paar nette Tori haben wir gesehen, viel Läden mit allerlei Krimskrams, aber so ein richtiges China-Feeling kam nicht rüber. Für diesen Tag hatten wir sowieso genug gesehen, und das Wetter war nach wie vor sehr schön, eine Wohltat nach den Regentagen Ise. Und der für Eva spannendste Teil stand ja kurz bevor: Der Besuch eines aktiven Vulkans.

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