Ryokô - Reise

Kumamoto - Kumamoto

EinkaufspassageNach den schönen Tagen in Nagasaki waren wir schon gespannt auf den Vulkan, doch zunächst fuhren wir mit dem Zug zu unserem Basislager in der Stadt Kumamoto. Diesen Ort hatten wir unter anderen ausgewählt, weil dort eine eindrucksvolle Burg zu sehen ist und einer der angeblich schönsten Gärten Japans. Die Burg haben wir leider nicht zu Gesicht bekommen, aber dafür blieb uns der Park und der dritte Grund, nämlich die Nähe zum Vulkanpark Mt. Aso mit seinen aktiven Vulkanen.

Leider empfing uns Kumamoto wieder mit Regen und trüben Wolken, und das ausgewählte Minshuku Ryokan Kajita lag in einer, sagen wir mal, recht unattraktiven Gegend. In der Nähe gab es nur graue Häuser, keine Department Stores, und nichts, dass nach einem Stadtzentrum aussah. Und schon gar keine Burg. Passanten, die wir nach dem Weg fragten, wiesen nur irgendwohin, ohne uns richtig zu helfen.

Trotzdem wollten wir nicht so einfach aufgeben und liefen eine Weile die grauen nassen Strassen auf und ab, um schließlich doch noch das Stadtzentrum zu finden, nachdem uns große Plakate mit der Aufschrift "1997 Men's World Handball Championship in Kumamoto" Hoffnung gaben, dass wir uns in der richtigen Stadt befanden. Nachdem wir einen Blick in eine Einkaufspassage geworfen hatten und ein wenig bummelten, nahmen wir uns für den Rückweg sicherheitshalber ein Taxi.

Der wahre Dreck

Zurück im Ryokan begutachteten wir genauer unser Zimmer, und zum ersten Mal während unseres Aufenthaltes (vielleicht abgesehen vom Ryokan in Ise) waren wir negativ überrascht. Das Zimmer war wirklich schmutzig, die Bettwäsche war mindestens schon von ein oder zwei Gästen benutzt worden, ohne dass deren Reste herausgewaschen worden wären. Zumindest bei der Bettwäsche könnte ich sicher Abhilfe schaffen, dachte ich, und bewaffnet mit meinem Wörterbuch fragte ich bei der Hausherrin auf Japanisch nach, ob wir neue Bettwäsche bekommen könnten.

"Hai" meinte die Dame mit einem muffigen Gesicht und begleitete uns wieder auf unser Zimmer, öffnete dort einen Schrank, nahm zwei andere Futons aus dem Schrank, legte unsere dreckigen Futons in den Schrank und verschwand wieder. Unnötig zu erwähnen, dass die gewechselte Bettwäsche nicht anders aussah als die erste.

Ohne lange zu zögern suchten wir das nächste Telefon und telefonierten einige Hotels der Umgebung ab. Das Maruko Hotel hatte noch freie Zimmer, und wir buchten uns für den nächsten Tag dort ein. Zum Glück machte die Hausdame im Minshuku keine Schwierigkeiten, als wir vorzeitig auszogen. Vielleicht war sie froh, die Gaijins los zu sein.

Das Maruko Hotel

Entspannen im Maruko HotelAm nächsten Tag flohen wir also in das Hotel, was zwar teurer war, aber die zwei Tage war es uns wert. Und wir bekamen auch einiges geboten für unser Geld. Gleich an der Tür wurden wir freundlich begrüßt und zu unserem Zimmer begleitet. Und welch ein Luxus...neben dem üblichen Tatami-Raum gab es am Fenster noch eine richtige Sitzecke mit zwei Sesseln. Das Bettzeug wurde tagsüber in den Schrank geräumt und erst abends wieder ausgebreitet. Das Foto zeigt, wie ich mich gerade am Tisch entspanne, der auch so eine Art Stuhl ohne Stuhlbeine hatte, aber eben mit Lehne, für Gaijins, denen das Sitzen auf den Beinen ohne Lehne schwerfällt. Sie hatten für mich sogar einen Yukata mit Gaijin-Massen, die Ärmel waren deutlich länger als gewohnt.

Aber das beste kam dann abends, als wir uns auf den Weg zum hauseigenen o-furo begaben. Das Badeparadies war nach Geschlecht getrennt und wurde von einem älteren Herrn bewacht, der darauf achtete, dass wir auch in getrennte Eingänge hineingingen. In meiner Umkleide waren Handtücher und Seife vorhanden, und vor dem Pool waren Duschen, sodass ich gut gereinigt in den leeren Pool steigen konnte, ausser mir war niemand anwesend.

Eva erzählte später, dass der ältere Herr bei dem Damenbad sogar noch einen Schritt weiter gegangen sei. Er hatte, bevor sie ins Wasser stieg, sogar noch die Wassertemperatur kontrolliert. Wenn das kein Service ist!

Ausflüge

Frauen in KumamotoWie oben schon angedeutet lag der Hauptaugenmerk eher auf dem Besuch des Mt. Aso, was im Nachhinein sicher schade ist, weil wir eine schöne Burg verpasst haben, aber vielleicht kommen wir ja nochmal vorbei. Die verbleibende Zeit in Kumamoto verbrachten wir mit einem Besuch des Parks Suizenji Jojuen, dessen Besonderheit darin besteht, dass die landschaftlichen Formen dort die 53 Stationen der Tokaido repräsentieren, der früheren Strasse von Tokyo nach Kyoto. Einer des gradbewachsenen Hügel dort repräsentiert zum Beispiel den Fuji. Insofern waren wir also froh, wenigstens einmal auf unserer Japan-Tour den Fuji gesehen zu haben, wenn auch nur in Vertretung durch einen Grashügel. Die restliche Zeit verbrachten wir in den Shopping Malls, kauften jedoch noch nichts. Für die Schlusseinkäufe hatten wir uns noch einen Tag in Kyoto reserviert.

Doch nun endlich zum geologischen Teil dieser Reise.

Weiter nach Mt. Aso...