Ryokô - Reise

Mt. Aso - Mt. Aso

Aso-Maskottchen namens MagmaDas Gebiet um den Mt. Aso haben wir zweimal besucht, einmal das Vulkanmuseum und beim zweiten Mal den momentan aktiven Krater Mt. Nakadake (letzter Ausbruch: 1990). Startpunkt war jeweils unsere "Basisstation" Kumamoto, was uns sinnvoller erschien als direkt in Aso Matchi zu übernachten.


Karte von Nord-KyushuDie Krater dieses Gebietes liegen alle innerhalb einer riesigen Caldera, einem eingefallenen Krater, dessen Ausmaße 24km in Nord-Süd Ausrichtung betragen, 19km von West nach Ost. Das Luftbild zeigt die nahezu runde Form der Caldera. Von Kumamoto aus fahren zwei Linien der JR Hohi Line nach Aso Matchi in 1 bis 1,5 Stunden. Von dort aus kommen Sie mit einem Bus in 30 Minuten zur Seilbahnstation am Fuß des Nakadake. Sofern der Berg es zuläßt, verkehrt die Seilbahn und bringt Sie in wenigen Minuten zum Gipfel.

Erster Besuch

Die Bahnfahrt war kein Problem, und den Bus haben wir auch leicht gefunden, der uns in einigen Kurven Richtung Gipfel fuhr. Eine Station vor dem Gipfel stiegen wir aus, um uns das Vulkanmuseum anzuschauen. Das Wetter war zwar trocken, aber sehr bewölkt, und wir hofften, dass sich die Sonne am nächsten Tag doch nochmal blicken ließ und verschoben den Gipfelbesuch um einen Tag.

Das Vulkanmuseum (damals 840 Yen Eintritt) zeigte viele interessante Informationen über Vulkanismus, vor allem bezogen auf Japan, doch leider waren die meisten Beschriftungen nur in Japanisch, was uns nicht wirklich weiterhalf. Hilfreich war ein Raum, in dem Bilder der am Nakadake installierten Kameras gezeigt wurden. Sollte sich also im Krater etwas tun, konnte man es in sicherer Entfernung am Bildschirm mitverfolgen. Als wir dort waren, sahen wir allerdings nur Nebel, aber auch das war ein Zeichen von Aktivität. Diesen Tag beendeten wir jedoch schon früh und kehrten wieder nach Kumamoto zurück.

Der zweite Anlauf

Warntafel an Fuss des NakadakeTatsächlich war uns das Wetter am zweiten Tag freundlich gesonnen, die dunklen Wolken hatten sich verzogen. Da wir schon um 8:31 Uhr den Express nach Aso bestiegen hatten, der die Strecke in einer Stunde schaffte, befanden wir uns frühzeitig an der Seilbahnstation, bereit, den Gipfel zu stürmen.

Dann kamen allerdings doch erste Zweifel, als wir die Warntafel erblickten, die giftige Schwefeldämpfe ankündigte und allen Lungenkranken davon abriet, den Aufstieg zu wagen. Wir hatten bei anderer Gelegenheit schonmal Schwefel gerochen und dachten, dass es schon so schlimm nicht sein würde, daher fuhren wir mit der nächsten Bahn auf den Gipfel.

Schon als sich die Tür der Seilbahn öffnete, wussten wir beim ersten Atemzug, dass die Warnung wirklich berechtigt gewesen war. Es roch nicht nur nach Schwefel, sondern ätzte und zwickte beim Atmen im Hals und in der Lunge, was zu ständigem Hustenreiz führte. Nach einigen Minuten wurde es dann besser, aber einen ganzen Tag würde ich nur ungerne hier oben bleiben wollen.

Aufgang und Schutzhütten am KraterDen asphaltierten Aufgang zum Krater säumten zahlreiche gemauerte, runde Schutzhütten mit stabil wirkenden Dächern. Falls der Krater anfangen würde, Asche und Gesteinsbrocken zu spucken, konnten sich Anwesende noch in diesen Hütten in Sicherheit bringen. Zumindest für einen Moment, denn die Hütten lagen so nahe am Krater, dass der Schutz wohl eher psychologisch war. Jedenfalls qualmte es im Hintergrund schon recht heftig, und wir näherten uns, kleine Tücher vor das Gesicht haltend, dem dampfenden Schlund.

Krater NakadakeDas ist nur eines der vielen Nebelbilder, die Eva geschossen hat. Der Geruch überzeugte uns, dass es sich tatsächlich um einen aktiven Vulkan handelte, aber mehr war nicht zu sehen, egal wie weit wir uns auch vorlehnten und in den Krater starrten. Zwar meinte ich, am Kratergrund etwas wabern zu sehen, vielleicht eine flüssige Oberfläche, aber vielleicht tränten mir auch einfach die Augen durch den Schwefel.

Als auch nach weiteren Minuten ausser Dampf nichts zu sehen war, entschlossen wir uns, die nähere Umgebung noch zu erkunden und uns dann zu Fuss wieder zu Seilbahnstation zu begeben, was laut Reiseführer nur wenige Minuten in Anspruch nahm.

SchwefelverkäuferOffensichtlich war der Schwefel erstens nicht so schädlich und zweitens in großen Mengen vorhanden, denn nur wenige Schritte vom Gipfel hatten Schwefelhändler ihren Stand aufgeschlagen. Allerdings sahen die knallgelben Riesenklumpen Schwefel nicht unbedingt so aus, als wären sie vor Ort gefunden worden. Zumindest schien der Besucher durch den ätzenden Geruch kaufwillig zu werden, denn auch wir lästerten über die gelben Bachsteine, kauften dann aber ein winziges Gläschen mit kleinen Schwefelkristallen. Wo wir schon mal da sind...

Wo ist der Busfahrer?

Der restliche Abstieg war recht angenehm, es war warm, und wir waren auf der Strecke die einzigen Fußtouristen, um uns die krage, felsige Landschaft. Wieder an der kleinen Station angekommen sahen wir schon den parkenden Bus, hatten aber ein wenig Zeit und pausierten auf einer Bank.

Aber die Abfahrtzeit verstrich, ohne dass sich die Bustüren öffneten, und um uns herum blickten wir in fragende Gesichter. Der Busfahrer war nicht zu sehen, und auch die Nachfrage in der Station brachte keine Erkenntnisse. Schliesslich untersuchte ein Besucher den parkenden Bus genauer, und siehe da, der Busfahrer hatte es sich in der letzten Reihe bequem gemacht und ein Nickerchen gehalten. Lautes Klopfen und Rufen brachten ihn dann aber wieder in die Realität zurück, und mit einem "Sumimasen" fuhren wir dann doch los. Ein seltenes Erlebnis, denn es war das erste Mal, dass wir in Japan mit Verspätung losfuhren.

Unsere Japanreise näherte sich ihrem (stressigen) Ende.

Weiter nach Kyoto...