Ryokô - Reise

Kyôtô - Kyoto

Japanisches RestaurantNun war also das Ende der Reise tatsächlich in Sicht, und wir stellten uns schon darauf ein, die Einkaufstour für die Mitbringsel zu starten, die wir ganz an das Ende unserer Japan-Exkursion gelegt hatten.

Als wir am Nachmittag des 24. April 1997 zum letzten Mal nach Kyoto zurückkehrten, erkundeten wir schonmal die Umgebung und statteten der Shopping-Meile Shijo einen kurzen Besuch. Zum Abendessen betraten wir dann ein komplett japanisches Restaurant mit niedrigen Sitztischen und ohne Speisekarte. Die Liste der Gerichte hing, auf Holztafeln geschrieben, an den Wänden des Restaurants. Trotz 4 Wochen Japan konnte ich nur die Preise lesen, nicht aber zu welchem Gericht sie gehörten, daher bestellten wir uns einfach etwas, dass wir kannten.

Kaufen, kaufen...

Kaufhaus-TafelAm nächsten Tag ging es dann, frisch gestärkt, nach dem Frühstück hinein in die Geschäfte, zumeist in die Shopping-Passage am Bahnhof Kyoto. Das Bild zeigt hier eine Übersichtstafel eines Kaufhauses mit den Etagen und Hinweisen, was wo auf welcher Etage zu finden ist. Für hungrige Leute ist das Basement (B) am wichtigsten, dort gibt es viele Verkaufsstände mit leckeren Dingen, und fast überall gibt es kostenlos ein Probehäppchen. Wer gepflegt speisen möchte, sucht eher die oberste Etage auf, dort sind meist die Restaurants untergebracht. Wer dagegen gezielt nach etwas sucht, kann sich eben diese Übersichten genauer anschauen, wo alles wichtige enthalten ist.

Sie sollten jedoch vor der Reise ein wenig Katakana geübt haben, wenn Sie mit der Übersicht etwas anfangen wollen, denn die meisten Begriffe sind in Katakana dargestellt. Aber in jedem Kaufhaus gibt es genug Angestellte, die weiterhelfen.

Der Karpfenwimpel

Koi NoboriEinen solchen Angestellten haben wir auf eine harte Probe gestellt, als wir mit dem konkreten Wunsch (in Englisch) an eine junge Verkäuferin herantraten und einen Karpfen-Wimpel kaufen wollten (Koi Nobori). Es gibt einen farbigen Wimpel ganz oben, einen schwarzen Wimpel für den Vater, einen roten für die Mutter und für jeden Sohn jeweils einen blauben Wimpel. Töchter bekommen keine Wimpel.

Eva wollte eigentlich nur einen schwarzen und roten Wimpel, keinen farbigen und keine Stange oder andere Extras. Es gab aber nur Komplett-Packungen mit mehreren Wimpeln und entsprechend hohen Preisen. Leider gelang es uns nicht, der Dame klarzumachen, dass wir einen einzelnen Wimpel wollten.

Als mein gebrochenes Japanisch und ihr lückenhaftes Englisch schließlich versagten, holte Sie ihren Chef, der besser Englisch sprach aber leider auch der Meinung war, dass solche Wimpel nur in einem Komplettset verkauft werden. Schade, sagten wir, und wir hätten doch so gerne diesen und jenem Wimpel.

Offenbar überrascht durch unsere Hartnäckigkeit öffnete er schließlich ein Paket und gab uns die Wimpel, die wir haben wollten, führte uns zur Kasse und war sicherlich froh, uns endlich wieder losgeworden zu sein. Die Wimpel, die wir dort kauten, flattern nun regelmäßig an unserem Balkon.

Ergebnis des Kaufrausches

Ergebnis des KaufrauschesNachdem wir uns nun so lange zurückgehalten hatten, schlugen wir ordentlich zu. Kleine Figuren, Bücher, etwas Prozellan, Postkarten, sowohl für uns wie auch für unsere Verwandschaft und Freundin wolltten wir sammeln. Blieb nur die Frage, wie wir alles zurücktransportieren sollten. Aber wie schon auf dem Hinweg packten wir die schwersten Errungenschaften in eine Postkiste, die wir am Bahnhof in der Poststelle kauften und später als normales Gepäck aufgaben. Die restlichen Tüten stopften wir irgendwo unter oder nahmen sie als Handgepäck ins Flugzeug.

Schließlich waren alle Taschen gepackt und es konnte losgehen zum Flughafen.

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