Ryokô - Reise

Yokohama Sightseeing

SankeienDa wir nachmittags schon nach Sagamihara weiterfahren wollten, blieb nicht so viel Zeit für Yokohama. Eigentlich wollte ich den 296 Meter hohen Landmark-Tower sehen, das höhste Gebäude Japans, von dem man sicher einen hervorragenden Blick über Yokohama, den Hafen und vielleicht auf den Fuji-san gehabt hätte. Wenn ich gewußt hätte, welchen Ärger wir in Hakone gehabt haben, wären wir wohl besser mit dem superschnellen Fahrstuhl auf den Tower gefahren, um den Fuji-san zu sehen...Tsutomu schlug jedoch einen Ausflug zum Sankeien-Park vor.

Der Sankei-en

Der Sankei-en (Sankeien) wurde 1906 von einem Seidenhändler aus Yokohama errichtet. Der Landschaftsgarten besteht aus einem äußeren und einem inneren Teil, der Eintritt kostet jeweils 300 Yen. Einen großen Teil des äußeren Parks nimmt ein See ein, der bei unserem Besuch von wunderschönen Kirschbäumen und zahlreichen die Kirschblüte bewundernden Japanern umgeben war. Wir sind ein Stück am See entlang spaziert, um uns schließlich den inneren Teil des Parks anzuschauen. Dort sind einige hübsche Bauernhäuser aus der Umgebung originalgetreu aufgebaut worden.

In diesem Garten habe ich zum ersten Mal gesehen, warum japanische Häuser meist nicht unterkellert sind. Die Basis jedes der alten Bauernhäuser war von einem etwa einem Meter hohen Lattenrost umgeben. Man konnte durch die Latten unter dem Haus hindurchschauen, der Fußboden des Hauses lag also auf etwa einem Meter Höhe. Diese Stelzenbauweise war sehr wichtig für die Durchlüftung des Hauses. Der mit Tatami (Reisstrohmatten) ausgelegte Fußboden ist in den schwühlen Sommern extrem schimmelgefährdet, daher sorgte die Luft von unten für eine gewisse Luftzirkulation. Die kleinen Spalte zwischen den einzelnen Latten verhinderten, daß Tiere unter oder in das Haus eindrangen.

In erster Linie in der Sankeien jedoch ein Landschaftsgarten, und hier habe ich zum ersten mal ein richtiges kleines Bambuswäldchen gesehen. Die einzelnen Bambusstämme hatten sicher einen Durchmesser von 10cm.

Vom Herumspazieren hungrig geworden, entschieden wir, irgendwo in Yokohama etwas zu essen.

Das Yokohama Prince Hotel

Mit dem Auto fuhren wir zum Yokohama Prince Hotel, das für Tsutomu und Shinobu eine ganz besondere Bedeutung hat, denn dort fand die Hochzeitsfeier statt. Das Hotel bietet dabei alles, was für eine Feier notwendig ist: Die entsprechenden großen Räumlichkeiten, das Mobiliar, das Geschirr und die Brautkleider.

Der Rundum-Service hat zwar durchaus seinen Preis, ist aber zweifellos sehr praktisch. Das Brautpaar sucht sich einen entsprechenden Raum aus, wählt eine Tischdekoration und dazu passendes Geschirr aus einer großen Auswahl, die im Hotel in Glasvitrinen ausgestellt ist. Die Braut kann für Ihren großen Tag mehrere Hochzeitskleider aus einem reichhaltigen, hoteleigenen Sortiment zusammenstellen, natürlich nur geliehen. Wir haben einen Blick in den riesigen begehbaren Kleiderschrank mit der wohlsortierten Kleiderkollektion geworfen. Die japanische Braut wechselt bei einer Feier mehrmals die Kleider, sie trägt sowohl festliche Kimonos, leichtere Kimonos und auch ein westliches Brautkleid. Kein Wunder, daß die Feier so teuer wird. Um die Kosten ein wenig zu lindern, schenken die meisten Gäste den Brautleuten Geld, meist mehrere Hundert Mark. Es ist also auch teuer, auf eine Hochzeitsfeier eingeladen zu werden, denn um sein Gesicht zu wahren, muß man auch eine bestimmte Summe schenken, sonst erscheint man unhöflich.

Im Hotel gab es auch ein Selbstbedienungsrestaurant, was für uns sehr praktisch war, denn man sieht, was zur Auswahl steht und kann vieles probieren. Der Clou: An jenem Tag bezahlten die Frauen nur die Hälfte. Für Eva war es also besonders günstig.

Weiterfahrt in Richtung Sagamihara

Wie vorher schon ausgemacht fuhren wir nachmittags mit dem Zug weiter nach Sagamihara. Dort wollten wir uns mit meiner ersten japanischen Brieffreundin und ihrer Familie treffen, Mamiko.

Weiter nach Sagamihara...