Ryokô - Reise

Sagamihara - Sagamihara

SagamiharaMit dem Zug ging es weiter Richtung Sagamihara, wo wir abends eintrafen. Mamiko MIYAJIMA habe ich schon vor vielen Jahren kennengelernt, und sie hat uns auch schon mit ihrem Mann Ichirô in Köln besucht. Nun wollten wir ihnen in ihrer Heimat einen Besuch abstatten, allerdings nur einen kurzen, denn Mamiko hatte gerade vor zwei Monaten ein kleines Mädchen, Yuki, zur Welt gebracht.

Sagamihara ist eine kleine, übersichtliche Stadt nordwestlich von Yokohama. Die Miyajimas bewohnen ein schönes neues Haus in einer Wohngegend. Am Morgen nach unserer Ankunft spazierten wir mit Ichirou, Mamikos Mann, ein wenig durch die Ortschaft, sahen einen kleinen Tempel und einen buddhistischen Friedhof, wo uns Ichirou bat, nicht zu fotographieren, da es die Geistern nicht so gerne sehen.

Day Care

Wie viele Frauen in Deutschland will auch Mamiko nach der Geburt von Yuki wieder arbeiten gehen. Dazu muß natürlich jemand auf Yuki aufpassen. Mamiko hat einen Day Care ausgesucht, wo tagsüber Betreuuer, meist ältere Leute, auf die Kinder aufpassen. Mamiko muß darauf achten, daß sie Yuki pünktlich gegen 17 Uhr wieder abholt, denn je länger die Betreuung dauert, desto teurer wird es.

Ein entscheidender Grund für den Arbeitswunsch ist jedoch Ichirou, was "Der Erste" bedeutet. Er ist der Erstgeborene, und in Japan ist es oft so, daß der Erstgeborene später einmal seine Eltern in sein Haus nimmt (nehmen muß). Da es Geld kostet, muß er also früh genug sparen. Wäre Mamiko auch die Erstgeborene, müßte sie ihre Eltern auch ins Haus nehmen.

Auf meine Nachfrage wurde mir mehrmals gesagt, daß immer nur der oder die Erstgebornene sich um die Eltern zu kümmern hat. Alle weiteren Geschwister haben dann nichts weiter zu tun, jedenfalls nicht finanziell. Sicher werden die Geschwister die Eltern nicht vergessen, aber für Kost und Logis sorgen die Ältesten.

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